Finanzplatz: Banken und Versicherungen
Die Schweiz gehört zu den führenden, stabilsten und wettbewerbsfähigsten Finanzzentren der Welt. Mehr als ein Fünftel des grenzüberschreitenden Vermögens weltweit wird von Banken in der Schweiz verwaltet. Die Schweiz zählt auch zu den bedeutendsten Versicherungs- und Rückversicherungsstandorten und ist führend in der Handelsfinanzierung. Entsprechend wichtig ist der Finanzsektor für die Schweizer Volkswirtschaft.

Der Finanzplatz Schweiz wird dominiert von zwei Städten mit internationaler Ausstrahlung: Zürich und Genf; Lugano ist der drittwichtigste Standort. Banken und Versicherungen sind tragende Säulen der Wirtschaft: Sie steuern rund 9 % zum Bruttoinlandprodukt bei und beschäftigen weit über 200 000 Personen.
Als eines der grössten und wichtigsten Finanzzentren der Welt gehört der Schweizer Finanzplatz auch zu den bestregulierten und -überwachten. Die Schweiz setzt internationale Standards in Bezug auf Steuerfragen, die Bekämpfung der Geldwäscherei und der Terrorismusfinanzierung sowie Finanzmarktstabilität um. Gleichzeitig schafft sie die regulatorischen Voraussetzungen, die es dem Finanzplatz erlauben, qualitativ hochstehende Produkte und Dienstleistungen anzubieten und innovativ zu sein.
Banken- und Versicherungssektor
Der Schweizer Bankensektor ist weltweit führend in der grenzüberschreitenden Vermögensverwaltung. Im Jahr 2024 verwalteten die Schweizer Banken Vermögenswerte von 9284 Milliarden Franken, wovon rund die Hälfte aus dem Ausland stammt. In der Schweiz gibt es rund 230 Banken, davon stammen über 80 aus dem Ausland. Die internationale Grossbank UBS – 2023 übernahm sie die Credit Suisse – nimmt einen Anteil von rund 40 % der Gesamtbilanzsumme aller Banken in der Schweiz in Anspruch. Die restlichen 60 % entfallen hauptsächlich auf die 24 Kantonalbanken, ausländische Banken, Raiffeisenbanken, Börsenbanken, Regionalbanken und Sparkassen sowie auf Privatbankiers. Neben der direkten Wertschöpfung sorgt der vielfältige und regional verankerte Schweizer Bankenplatz für eine effiziente Grundversorgung der inländischen Wirtschaft und der Bevölkerung mit Krediten und anderen Finanzdienstleistungen.
Der Schweizer Versicherungsmarkt setzt sich aus fünf Versicherungszweigen zusammen: Captives, Lebens-, Krankenzusatz-, Rück- und Schadenversicherer, wobei letzterer der bedeutendste ist. Die Versicherungen generieren ein Prämienvolumen von über 150 Milliarden Schweizer Franken. Die kapitalintensive Branche leistet sowohl als Steuerzahlerin als auch als Investorin einen wichtigen Beitrag zum Wirtschaftskreislauf: Ihr Investitionsvolumen in der Schweiz beläuft sich auf über 500 Milliarden Franken. Von den rund 190 Versicherungen in der Schweiz sind 6 Grosskonzerne. Der grösste Privatversicherer der Schweiz ist die Zürich Insurance Group, welche als einer der grössten Versicherer der Welt gelistet ist. Ferner folgen Chubb, SwissRe und Swiss Life.
Finanzmarktpolitik
Der Bundesrat zielt mit seiner Finanzmarktpolitik darauf ab, den Schweizer Finanzplatz langfristig zu stärken und seine Rolle als global wettbewerbsfähiges, stabiles und innovatives Zentrum zu sichern. Sie schafft dafür verlässliche, international anerkannte Rahmenbedingungen und richtet den Fokus auf Stabilität, Transparenz sowie die Einhaltung internationaler Standards. Die Weiterführung der Strategie setzt Schwerpunkte auf die Regulierung systemrelevanter Banken, die Förderung von Digitalisierung, Nachhaltigkeit und die Verbesserung des Marktzugangs.
Digitalisierung, Fintech und neue Technologien
Der Finanzplatz Schweiz zählt zu den weltweit führenden Innovationsstandorten im Finanzbereich. Banken, Versicherer und Fintechs treiben die Digitalisierung voran, etwa durch den Einsatz von KI, datenbasierten Prozessen und modernen Online‑Services. Über 500 Fintech‑Unternehmen sowie ein starkes Blockchain‑Ökosystem, angeführt vom «Crypto Valley» Zug, sind in der Schweiz beheimatet. Sie profitieren von einem innovationsfreundlichen und technologieneutralen Regulierungsrahmen.
Nachhaltigkeit im Finanzsektor
Der Finanzplatz Schweiz entwickelt sich gezielt zu einem führenden internationalen Zentrum für nachhaltige Finanzdienstleistungen. Der Bund setzt einen marktwirtschaftlichen, prinzipienbasierten Rahmen und fördert Transparenz, etwa durch die seit 2024 verbindliche Klimaberichterstattung für grosse Unternehmen, Banken und Versicherer.
Mit seinen Massnahmen setzt der Finanzplatz verstärkt auf die Integration von Klima‑ und Umweltrisiken, die Vermeidung von Greenwashing sowie die Förderung innovativer Lösungen wie Impact Investments und Green Fintech. Damit leistet die Schweiz einen wichtigen Beitrag zur globalen Transition hin zu einer emissionsarmen und resilienten Wirtschaft. Im «Global Green Finance Index» rangieren Schweizer Finanzzentren an der Spitze: 2025 erreichte Zürich Platz 1, während Genf auf Rang 4 folgte.