Internet
Die Schweiz verfügt über eine ausgezeichnete Internet-Infrastruktur, welche das Land zusammen mit weiteren Faktoren attraktiv für IT-Unternehmen und den Betrieb von Rechenzentren macht. Immer mehr Schweizerinnen und Schweizer nutzen das Internet und verbringen zunehmend Zeit damit.

Die Schweiz hat eine sehr leistungsstarke Internet-Infrastruktur: Sie deckt mit verschiedenen Technologien (DSL, Fiber, CATV-Leitungen und Mobilfunk) 99% der Haushalte mit einem Internetzugang ab, in einer Bandbreite von über 100 Mbit/s (download). Mit fast 50 Festnetz-Breitband Abonnenten pro 100 Einwohner steht die Schweiz an der Spitze des OECD-Vergleichs 2022. . Der Anteil von Glasfaser an Breitbandanschlüssen wird laufend ausgebaut und liegt 2022 noch knapp 10% unter dem OECD Durchschnitt.
Das Datenvolumen im Mobilfunk steigt jedes Jahr um ein Vielfaches: Von 2010 bis 2021 hat es sich um den Faktor 200 erhöht. Besonders stark war das Wachstum in ländlichen Regionen, wo mobile Daten oft die einzige schnelle Internetverbindung darstellen.
Die hochentwickelte Infrastruktur, führende Forschungsinstitutionen wie die ETH Zürich und vorteilhafte Unternehmenssteuern machen die Schweiz zum begehrten Standort für IT-Firmen wie beispielsweise Google. In Genf sind gegen zwei Dutzend internationale Organisationen, wie etwa die Internationale Fernmeldeunion (UIT), mit der Lenkung und Verwaltung des Internets beschäftigt.
Hohe Dichte an Rechenzentren in der Schweiz
Die Schweiz hat eine der höchsten Dichten an Rechenzentren in Europa. Dies aufgrund ihrer politischen Stabilität und der geringen Anfälligkeit für Naturkatastrophen, ferner der sicheren Stromversorgung, schnellen Internetverbindung und einem relativ starken Datenschutz. Bereits über 120 Datenzentren sind in der Schweiz in Betrieb, weitere befinden sich im Bau. Der steigende Bedarf an Cloud-Speicherplatz und die vermehrte Nutzung von künstlicher Intelligenz (KI) tragen dazu bei. Allein in Zürich als aufstrebendem KI-Hub stehen über 30 Rechenzentren. Die immer leistungsfähigeren Zentren brauchen nicht nur viel Strom, sondern auch viel Wasser zur Kühlung der Serverfarmen. Deshalb werden beim Bau neuer Zentren in der Schweiz ökologische Aspekte berücksichtigt wie effiziente und geschlossene Kühlkreisläufe, die Nutzung der Abwärme als Fernwärme und Solardächer. Zudem soll die Entwicklung von effizienteren Chips den Stromverbrauch reduzieren.
Ein Beispiel für diese Entwicklung ist der Supercomputer «Alps» im Schweizerischen Nationalen Supercomputing Centre (CSCS) in Lugano, Kanton Tessin. Er zählt zu den leistungsstärksten Rechnern weltweit und wird für Wettervorhersage, Klimaforschung und KI eingesetzt. Besonders bemerkenswert ist sein energieeffizientes Kühlsystem, das Wasser aus dem Luganersee nutzt.
Wie Schweizerinnen und Schweizer das Internet nutzen
Fast die gesamte Schweizer Bevölkerung nutzt heute mindestens einmal pro Woche das Internet. Die jüngere Bevölkerung surft bereits seit Jahren täglich, jedoch greifen mittlerweile auch drei Viertel der 65- bis 74-Jährigen und über die Hälfte der über 75-Jährigen jeden Tag auf das Internet zu. Im Schnitt sind Schweizerinnen und Schweizer etwa 5,7 Stunden pro Tag online, meistens mit dem Smartphone. Während Jüngere mit mehr als 8 Stunden täglich überdurchschnittlich lange online sind, allen voran in Sozialen Medien, verringert sich die Nutzungsdauer mit steigendem Alter stark.
In der Schweiz wird das Internet vor allem für die Kommunikation, die Informationssuche sowie für Preisvergleiche und den Kauf von Produkten oder Dienstleistungen genutzt – und zunehmend auch für KI-Anwendungen. Von Kindern wird das Internet vor allem für Streaming, Online-Suchen und Gaming verwendet, am häufigsten mit dem Smartphone.