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Veröffentlicht am 7. Juli 2026

Wie die Schweiz zu einem globalen Zentrum für künstliche Intelligenz wurde

Durch die Kombination aus erstklassiger Forschung, fortschrittlicher Supercomputing-Infrastruktur und internationaler Diplomatie hat sich die Schweiz zu einem globalen Zentrum für künstliche Intelligenz entwickelt. Von der ETH Zürich und der EPFL bis hin zu den internationalen Organisationen in Genf spielt das Land eine Schlüsselrolle bei KI-Innovation und -Governance.

Grosse Supercomputer-Schränke mit der Beschriftung «ALPS» in einem hellen Rechenzentrum, an dem eine Person vorbeigeht.

Warum die Schweiz in künstliche Intelligenz investiert

Die Schweiz entwickelt sich zu einem der führenden Zentren Europas für künstliche Intelligenz. Das Land vereint international anerkannte Universitäten, eine hochmoderne Forschungsinfrastruktur und ein starkes Innovationsökosystem. Künstliche Intelligenz ist zu einer strategischen Priorität in Forschung, Wirtschaft und internationaler Zusammenarbeit geworden. Dieses Ökosystem basiert auf enger Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Start-ups, Industrie und öffentlichen Institutionen. Das stabile politische Umfeld der Schweiz, starke Investitionen in Forschung und die hohe Konzentration wissenschaftlicher Talente tragen dazu bei, günstige Bedingungen für technologische Innovationen zu schaffen.

ETH Zürich, EPFL und die Swiss AI Initiative

Im Zentrum des KI-Ökosystems der Schweiz stehen Institutionen wie die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH) und die École Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL), zwei Universitäten, die regelmässig zu den weltweit führenden Wissenschafts- und Technologieinstitutionen zählen. 2023 starteten sie die Swiss AI Initiative, eine nationale Kooperation, die Forschende, Start-ups und Industriepartner zusammenbringt. Die Initiative zielt darauf ab, die Fähigkeit der Schweiz zur Entwicklung gross angelegter KI-Modelle zu stärken und die langfristige Forschungskapazität des Landes zu stärken. Das Projekt spiegelt auch den Innovationsansatz der Schweiz wider: wissenschaftliche Exzellenz mit praktischen Anwendungen und internationaler Zusammenarbeit zu verbinden.

Alps – einer der fortschrittlichsten Supercomputer Europas

Die KI-Ambitionen der Schweiz werden durch eine fortschrittliche Recheninfrastruktur unterstützt. Der vom Schweizerischen Nationalen Supercomputing-Zentrum (CSCS) betriebene Supercomputer Alps gehört zu den leistungsstärksten Supercomputern Europas. Er wird genutzt, um Modelle der künstlichen Intelligenz zu trainieren und komplexe Simulationen in Bereichen wie Klimaforschung, Physik und Lebenswissenschaften durchzuführen. Diese Möglichkeiten erlauben es Forschenden, grosse Datensätze zu verarbeiten und wissenschaftliche Entdeckungen zu beschleunigen. In diesem Umfeld werden Projekte wie Apertus, das erste gross angelegte, vollständig offene und mehrsprachige Sprachmodell der Schweiz, entwickelt – mit einem klaren Fokus auf Open Science, Transparenz und mehrsprachige KI-Systeme.

Darüber hinaus ist in diesem Zusammenhang das International Computation and AI Network (ICAIN) von zentraler Bedeutung, eine strategische Initiative der Schweiz für vertrauenswürdige, souveräne und missionsorientierte KI. Dieses Netzwerk verbindet erstklassige Recheninfrastruktur (CSCS), führende Forschungseinrichtungen (ETH Zürich, EPFL) sowie internationale Partner zu einer kollaborativen Plattform für KI im öffentlichen Interesse. Es senkt die Hürden für den Zugang zu fortschrittlichen Technologien, so dass Regierungen, internationale Organisationen und Forschende KI-Systeme nach ihren eigenen Massstäben entwickeln und betreiben können – mit Transparenz und Interoperabilität als zentralen Prinzipien.

Wie die Schweiz KI-Forschung in Start-ups umwandelt

Die Stärke der Schweiz liegt auch in ihrer Fähigkeit, wissenschaftliche Forschung in reale Anwendungen zu verwandeln. Künstliche Intelligenz ist heute einer der führenden Sektoren unter den Spin-offs, die aus der Forschung der ETH Zürich hervorgegangen sind. Dies spiegelt eine starke Pipeline wider, die akademische Forschung, Unternehmertum und Investitionen verbindet. Die Schweiz belegt seit über einem Jahrzehnt den ersten Platz im Global Innovation Index und unterstreicht damit die engen Verbindungen zwischen Forschung, Talent und Innovation. Das Innovationsökosystem des Landes trägt auch dazu bei, internationale Forschende, Ingenieurinnen und Ingenieure und Unternehmerinnen sowie Unternehmer in einer hoch wettbewerbsorientierten globalen KI-Landschaft anzuziehen.

Blick auf Genf mit dem Jet d'Eau-Brunnen, dem Genfersee und dem Stadtufer unter klarem Himmel.

Genf und die Zukunft der globalen KI-Regulierung

Über Forschung und Innovation hinaus spielt die Schweiz eine wichtige Rolle bei der Gestaltung der internationalen Steuerung künstlicher Intelligenz. Genf ist seit langem ein globales Zentrum für Diplomatie und internationale Zusammenarbeit. Die Stadt beherbergt internationale Organisationen, diplomatische Vertretungen und nichtstaatliche Akteure, die an digitaler Governance und Technologiepolitik arbeiten. Institutionen wie die Internationale Fernmeldeunion (ITU) und die Internationale Organisation für Normung (ISO) tragen zur Definition internationaler Standards in Bereichen wie Telekommunikation, Cybersicherheit und Datenverwaltung bei. Plattformen wie die Genfer Internetplattform unterstützen auch den internationalen Dialog durch Forschung, Analyse und Kapazitätsaufbau in der digitalen Politik.

Der Schweizer Ansatz zur KI-Regulierung

Die Schweiz fördert einen Multi-Stakeholder-Ansatz für die Governance künstlicher Intelligenz. Regierungen, Wissenschaft, der Privatsektor und die Zivilgesellschaft sind alle an Diskussionen über digitale Regulierung und internationale Zusammenarbeit beteiligt. Dieser Ansatz baut auf der langen Schweizer Tradition von Dialog und Vermittlung auf. Seit dem Weltgipfel über die Informationsgesellschaft im Jahr 2003 ist Genf ein wichtiger Ort für Diskussionen über die Zukunft der digitalen Welt. Die digitale Schweizer Aussenpolitik unterstützt offene digitale Räume, internationale Zusammenarbeit und die Achtung der Grundrechte im Internet.

Ein globaler KI-Gipfel in Genf im Jahr 2027

Künstliche Intelligenz entwickelt sich rasant, und die Schweiz positioniert sich weiterhin an der Schnittstelle von Forschung, Innovation und Governance. Im Februar 2026, am AI Impact Summit in Neu-Delhi, gab Bundespräsident Guy Parmelin offiziell bekannt, dass die Schweiz im Jahr 2027 den nächsten AI Summit in Genf ausrichten wird. Die Veranstaltung soll Regierungen, Forschende, Technologieunternehmen und internationale Organisationen zusammenbringen, um die Zukunft der künstlichen Intelligenz und der globalen digitalen Zusammenarbeit zu diskutieren.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu KI in der Schweiz