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Veröffentlicht am 5. Mai 2026

Natur

Die Schweiz verfügt vom Mittelland bis zum Alpenmassiv über eine grosse Vielfalt an Landschaften und Lebensräumen. Von den Alpengipfeln über die Moorlandschaften bis hin zu den Wäldern des Jura ist das Land geprägt durch den Reichtum seiner natürlichen Ökosysteme in nächster Nähe der städtischen Zentren.

Blumenwiese in Grindelwald, Berner Oberland. Blumenwiesen sind in der ganzen Schweiz wichtig für die Artenvielfalt.

Bedingt durch die Topografie und sehr unterschiedliche Höhenlagen gibt es in der Schweiz eine grosse Anzahl von Mikroklimata. Sie sind die Grundlage für einen grossen Tier- und Pflanzenreichtum: Die Schweiz beherbergt über 50 000 Pflanzen-, Pilz- und Tierarten. Mehr als 100 davon kommen ausschliesslich hier vor – die meisten in den Alpen. Die Berge – ein grundlegendes Element der Identität der Schweiz – machen zwei Drittel der Landesfläche aus: Viele Arten haben sich an deren ziemlich karge Umgebung angepasst. Sechshundert Blütenpflanzen kommen zum Beispiel nur im Alpenbogen vor.

Die Schweizer Tierwelt umfasst etwa Gämsen und Steinböcke, Raubtiere wie Luchs und Wolf, Vogelarten wie Geier und Adler sowie Kühe unterschiedlicher Rassen.

Trinkwasser direkt aus dem Bach

Die Schweiz gilt als das Wasserschloss Europas. Die Gewässer werden aus Niederschlägen, aus Quellen sowie aus den hydrologischen Speichern Schnee und Gletscher gespeist. 80 % des Trink- und Brauchwassers stammen aus Grundwasser. Der Rest wird aus Seen und Flüssen gewonnen. 40 % des Grundwassers können ohne Behandlung in das Trinkwassernetz eingespeist werden. Seit Beginn der 1990er-Jahre ist die Wassernutzung (einschliesslich Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft) effizienter geworden, etwa durch wassersparende Technologien und Optimierung der Netzinfrastruktur, und konnte trotz wachsender Bevölkerungszahl reduziert werden. Die wertvolle Ressource Wasser wird geschützt durch ein System von Gesetzen, Infrastruktur, Naturschutz und modernem Monitoring.

Gesetzgebung für saubere Luft

Die Schweiz ist bekannt für ihre gute Luftqualität. Die Luftqualität ist abhängig vom Ort, von der Jahreszeit und von der Höhenlage. Die städtischen Gebiete des Mittellandes weisen eine höhere Luftverschmutzung auf als die Alpen und der Jura. Die Luftqualität in der Schweiz hat sich seit Mitte der 1980er-Jahre laufend verbessert. Diese positive Entwicklung ist der Luftreinhaltepolitik des Bundes, der Kantone und der Gemeinden zu verdanken. Sie beruht im Wesentlichen auf der Luftreinhalteverordnung, die 1986 in Kraft trat. Diese stützt sich ihrerseits auf das Umweltschutzgesetz und enthält einen Massnahmenkatalog für den Verkehr, die Landwirtschaft und die Industrie zur Verminderung des Schadstoffausstosses. Die Luftqualität wird über das Nationale Beobachtungsnetz für Luftfremdstoffe (NABEL) ständig überwacht und analysiert.

Der Wald, ein regenerierbarer Lebensraum

Rund ein Drittel der Fläche der Schweiz ist bewaldet. Im Laufe des 20. Jahrhunderts hat die Waldfläche ständig zugenommen. Durch den Erlass des ersten Waldgesetzes 1876 wurde der Schutz des Waldes gesetzlich verankert und die weitere Entwaldung verhindert. Bund und die Kantone überwachen den Schutz und den Erhalt des Waldes. Neben seiner wirtschaftlichen Aufgabe als Baumaterial- und Energielieferant hat der Wald eine wichtige Funktion als Schutz gegen Lawinen, Hochwasser und Steinschlag. Weiter dient er als Stabilisator des Bodens, von steilem Gelände und der Erhaltung der Biodiversität. Die Schweizer Wälder bieten rund 30 000 Tier-, Pflanzen- und Pilzarten ein Zuhause. Fichte (Rottanne), Buche, Weisstanne, Ahorn und Eiche sind die häufigsten Baumarten.

Infografik zur Schweiz. 20 Nationalparks. Ein Drittel der Gesamtfläche der Schweiz besteht aus Wald. Der Aletschgletscher zählt zum UNESCO-Weltnaturerbe.

Die Schweizer Natur in Zahlen

  • Das Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler (BLN) umfasst 162 Objekte.
  • 20 Schutzgebiete von nationaler Bedeutung bedecken insgesamt rund 24 % der Landesfläche. Sie sind aufgeteilt in 19 regionale Natur- und Naturerlebnispärke sowie einen Nationalpark.
  • Der Anteil der Biotope von nationaler Bedeutung an der gesamten Landesfläche beträgt nur rund 2 %. Sie beinhalten Moore, Auen, Amphibienlaichgebiete und Trockenwiesen.
  • In der Schweiz gibt es über 130 Baum- und Straucharten, die im Wald heimisch sind.
  • Etwa 30 % der Waldfläche befindet sich in Privatbesitz, der Rest ist Eigentum der öffentlichen Hand.
  • Der Trinkwasserverbrauch der Schweiz ist seit 1990 um 20 % zurückgegangen, während die Bevölkerung um 30 % gewachsen ist.
  • Die Haushalte verbrauchen heute im Schnitt 283 Liter Wasser pro Person und Tag, 1990 waren es noch 472 Liter.
  • Die Luftqualität wird durch 16 offizielle Messstationen überwacht, die landesweit verteilt sind und typische Belastungssituationen wie Stadtzentren, Wohngebiete und ländliche Regionen abdecken.
  • Die durchschnittliche Höhenlage der Schweiz beträgt 1307 m. 48 Berge sind über 4000 m hoch. Damit zählt die Schweiz am meisten Viertausender in Europa.
  • Das Klima der Schweiz ist überwiegend gemässigt, allerdings zeigen sich regional deutliche Unterschiede aufgrund der Topografie. Es lassen sich vier Jahreszeiten klar voneinander unterscheiden.
  • Die Schweiz gehört zu den weltweit führenden Recycling‑Nationen. Sie verfügt über eine leistungsfähige Abfallbewirtschaftung und fördert Recycling aktiv.

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