Zum Hauptinhalt springen

Veröffentlicht am 23. September 2025

Verkehr

Ein engmaschiges Verkehrsnetz ermöglicht der Schweizer Bevölkerung eine hohe Mobilität. Nebst dem Motorfahrzeug ist die Eisenbahn wichtigstes Transportmittel, welches auch einen wesentlichen Anteil des Gütertransports zwischen Nord- und Südeuropa übernimmt. Die Schweiz verfügt auf Strasse und Schiene über ein dichtes und leistungsfähiges Verkehrsnetz.

Moderner Doppelstock-Personenzug bei Turgi.

Ob Luft, Wasser, Schiene oder Strasse: Dank einem vernetzten und gut ausgebauten Verkehrsnetz ist die Bevölkerung der Schweiz sehr mobil. Bevorzugt wird das motorisierte Strassenfahrzeug. Trotzdem legt die Schweizer Bevölkerung jährlich pro Kopf mit Abstand die meisten Bahnkilometer in ganz Europa zurück. Die Schweiz spielt eine wichtige Rolle im europäischen Personen- und Gütertransitverkehr durch die Alpen und zeigt hier ein hohes Umweltbewusstsein: 1994 wurde die Alpeninitiative (zum Schutze des Alpengebietes vor dem Transitverkehr) angenommen, 1999 folgte die Ratifizierung der Alpenkonvention.

Öffentlicher Verkehr

Die staatlichen Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) sind das zentrale Unternehmen im nationalen Bahn-Fernverkehr, ergänzt durch viele regionale Bahngesellschaften. Die Schweiz verfügt über ein hochentwickeltes Eisenbahnnetz, bekannt für Pünktlichkeit und Effizienz. In städtischen Gebieten bietet ein dichtes Netz an Trams und Bussen eine praktische Fortbewegungsmöglichkeit, während Postautos ländliche und gebirgige Gebiete erschliessen. Aufgrund der vielen Seen wird auch die Schifffahrt für den regulären Transport genutzt, ebenso wie für den Tourismus. Im Luftverkehr verfügt die Schweiz über drei internationale Flughäfen sowie mehrere regionale Flughäfen. Swiss ist die nationale Fluggesellschaft.

Zur Überwindung der Alpen auf der europäischen Nord-Süd-Achse hat die Schweiz zahlreiche Strassen- und Eisenbahntunnel gebaut, darunter den längsten Eisenbahntunnel der Welt, den Gotthard-Basistunnel. Um die Belastung von Bevölkerung und Umwelt zu reduzieren, verfolgt die Schweiz eine Politik der Verlagerung von Gütertransporten von der Strasse auf die Schiene.

Das Bundesamt für Verkehr (BAV) ist zuständig für den öffentliche Verkehr und sorgt dafür, dass dieser sicher, leistungsfähig, wirtschaftlich und umweltfreundlich ist.

Individualverkehr

Das Strassennetz in der Schweiz ist hervorragend ausgebaut. Das Autobahnnetz erstreckt sich über das ganze Land und die Strassen sind in sehr gutem Zustand. Strenge Verkehrsregeln sorgen für die Sicherheit. In den Städten gibt es viele Verkehrsberuhigungsmassnahmen, die den Autoverkehr einschränken und den öffentlichen Verkehr sowie Radfahren fördern. Aufgrund ihrer gebirgigen Topografie, aber auch für eine bessere Verkehrseffizienz, sowie für Natur- und Lärmschutz, gibt es in der Schweiz besonders viele Tunnels.

In den städtischen Ballungszentren und insbesondere entlang wichtiger Verbindungsstrecken wie dem Gotthard-Basistunnel gibt es immer wieder Verkehrsstaus. Diese sind teilweise auf den internationalen Transitverkehr zurückzuführen, da die Schweiz als Transitland für Waren zwischen Nord- und Südeuropa eine zentrale Rolle spielt.

Das Bundesamt für Strassen (ASTRA) ist die Schweizer Fachbehörde für die Strasseninfrastruktur und den individuellen Strassenverkehr und sorgt für eine nachhaltige und sichere Mobilität auf der Strasse.

Zukunftsperspektiven

Die Schweiz verfolgt ehrgeizige Pläne zur Förderung nachhaltiger Mobilität. Dazu gehören Investitionen in den Ausbau des öffentlichen Verkehrsnetzes, die Förderung von Carsharing und die Entwicklung smarter Verkehrssysteme, welche die Nutzung von Verkehrsmitteln effizienter und umweltfreundlicher gestalten sollen. Mit dem Programm «Energiestrategie im öffentlichen Verkehr 2050» will die Schweiz im Verkehr den Energieverbrauch senken, die CO2-Emissionen verringern und die Nutzung erneuerbarer Energie steigern: im Schienenverkehr, in den städtischen öV, dem öffentlichen Regionalverkehr auf der Strasse, Schiffe, Seilbahnen, aber auch im Schienengüterverkehr.

Infografik mit den wichtigsten Elementen zur Nord-Süd-Verbindung der Schweiz mit dem Zug wie die NEAT-Alpentransversale, dem Güter- und dem Personenverkehr

Infografik

Fakten und Zahlen zum Verkehr in der Schweiz

  • Das Verkehrsnetz der Schweiz umfasst rund 85 000 km Strassen, 5 400 km Bahngeleise, 21 200 km öffentlicher Strassenverkehr (Tram und Bus), 1000 km Bergbahnen sowie 1,4 Millionen Starts und Landungen der Zivilluftfahrt pro Jahr.
  • Mehr als 1400 Tunnel verzeichnet die Schweiz – ein Ergebnis ihrer alpinen Landschaft und der Notwendigkeit effizienter Verkehrsverbindungen.
  • Über 30 000 Personenwagen und Reisecars überqueren täglich den Schweizer Alpenhauptkamm (beide Richtungen). Der am stärksten genutzte Alpentransit ist der Gotthardtunnel.
  • Zwischen 1981 und 2023 hat sich die Menge der auf Schiene und Strasse transportierten Güter im Schweizer Alpentransit mit 37 Millionen Tonnen mehr als verdoppelt. 70 % der Güter werden heute per Bahn durch die Alpen transportiert, dreiviertel davon als kombinierter Verkehr.
  • In der Schweiz gibt es drei internationale Flughäfen (Zürich, Genf und Basel), von welchen hauptsächlich Destinationen in Europa angeflogen werden, allen voran London. Dazu kommen 11 regionale Flughäfen.
  • Die drei grössten Flughäfen, allen voran Zürich, fertigen jährlich über 50 Millionen Flugpassagiere ab und transportieren 360 000 Tonnen Fracht und Post.
  • 2024 waren in der Schweiz rund 6,5 Millionen Motorfahrzeuge zugelassen, dreiviertel davon Personenwagen: Damit kommen 535 Autos auf 1000 Einwohnerinnen und Einwohner, wobei in den städtischen Gebieten der Motorisierungsgrad wesentlich tiefer ist.
  • Basel ist Heimathafen der schweizerischen Hochseeflotte: Diese umfasst 11 Handelsschiffe von zwei Reedereien.
  • 150 Personenschiffe und 120 Güterschiffe mit eidgenössischer Bewilligung verkehren auf Schweizer Seen und Flüssen sowie den Grenzgewässern.
  • Mit über 2000 Zügen täglich und 80 Zügen pro Stunde zählt der Abschnitt zwischen Zürich Hauptbahnhof und der Langstrasse zur am stärksten befahrenen Bahnstrecke der Schweiz – und gehört auch europaweit zur Spitzengruppe.

Schweizer Verkehrsrekorde

  • Das Schweizer Bahnnetz ist das am intensivsten genutzte in Europa: Täglich verkehren im Schnitt 137 Personenzüge pro Strecke – etwa alle neun Minuten. Auch im Güterverkehr gehört die Schweiz zur Spitze.
  • Das bedeutendste Bauwerk des öffentlichen Verkehrs ist der 57 km lange Gotthard-Basistunnel. Im längsten Bahntunnel der Welt verkehren täglich 325 Züge mit Geschwindigkeiten bis zu 250 km/h.
  • Die Schweizerinnen und Schweizer halten seit Jahren den Europarekord im Bahnfahren im Inland, sowohl in der Anzahl Fahrten wie auch in den zurückgelegten Bahnkilometern: Sie fahren mit durchschnittlich 2500 km pro Jahr rund 1000 km mehr als die europäischen Spitzenreiter Österreich und Frankreich.
  • Die automatische Linie M2 der Lausanner Métro überwindet von Ouchy (am Genfersee) nach Croisettes (auf einem Hügel) einen Höhenunterschied von 338 m mit Steigungen bis zu 12 % – ohne Zahnräder oder Seilunterstützung. Für gummibereifte U-Bahnen ist dies der Weltrekord.
  • Die Tramlinie Nr. 10 der Baselland Transport BLT von Dornach nach Rodersdorf ist die längste Europas. Auf einer Strecke von 25 km fährt sie durch drei Kantone (Baselland, Basel-Stadt und Solothurn) und zwei Länder (Schweiz und Frankreich).

Mehr dazu

Autos und LKWs auf Autobahn A1

26. September 2025

Personenverkehr

Die Zuverlässigkeit der Schweizer Bahn ist nahezu sprichwörtlich, trotzdem ist das Auto das beliebteste Verkehrsmittel der Schweizer Bevölkerung.

Ein Güterzug zieht mehrere Containerwagen mit verschiedenem Frachtgut durch eine Berglandschaft.

26. September 2025

Güterverkehr

Der Güterverkehr in der Schweiz erfolgt zu 60 % über die Strasse, und für lange Distanzen zu 40 % über die Schiene.